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Beratungsaktion zu Hartz IV vor Berliner Jobcentern geht erfolgreich zu Ende07.09.2007 - Berliner Arbeitslosenzentrum
Nach drei Wochen endet die Beratungsaktion des Berliner Arbeitslosenzentrums vor den Jobcentern der Hauptstadt. Der Beratungsbus der Berliner Wohlfahrtsverbände wird ein letztes Mal am Montag ab 8:00 Uhr vor dem Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg in der Kochstraße stehen. Sozialberater beantworten dann vor Ort noch einmal Fragen zum Arbeitslosengeld II und informieren über Möglichkeiten, gegen Fehlentscheidungen der Arbeitsverwaltung vorzugehen.
Nach Angaben des Vorsitzenden des Berliner Arbeitslosenzentrums und Koordinators der Aktion Frank Steger war die Beratungsaktion außerordentlich erfolgreich. "Der Beratungsbus wurde sehr gut und dankbar aufgenommen, teilweise wurden unsere Berater regelrecht belagert. Wir hatten durchschnittlich 25 Beratungen am Tag. Dazu kamen zahlreiche Kurz-Auskünfte und Gespräche, in denen die Leute ihren Kummer mit der Arbeitsverwaltung loswerden wollten." Die Berater halfen auch bei Anträgen und bei der Abfassung von Widersprüchen. In einem Fall erwirkte eine junge Familie mit Hilfe der Berater eine einstweilige Anordnung beim Sozialgericht. Die Familie hatte nach einem Umzug von Neukölln nach Schöneberg keine Leistungen mehr erhalten.
Wegen der großen Nachfrage nach dem mobilen Beratungsangebot erwägt der Vorstand des Berliner Arbeitslosenzentrums, die Aktion im nächsten Jahr wieder aufzunehmen. Nach Ansicht von Steger zeigen die Rückmeldungen der Jobcenter-Kunden, dass auch zwei Jahre nach der Einführung von Hartz IV noch vieles in der Arbeitsverwaltung nicht rund laufe "Vor zwei Jahren wurde immer wieder entschuldigend auf Anlaufschwierigkeiten bei der Arbeitsmarktreform verwiesen, wenn Hilfebedürftige stundenlang in den Warteschlangen ausharren mussten, Akten verschwanden und Anträge teilweise monatelang nicht bearbeitet wurden. Im Jahr 2007 kann aber niemand erwarten, dass Arbeitsuchende dafür immer noch Verständnis aufbringen", so Steger. Die Kunden wünschten sich vor allem eine bessere Beratung, qualifizierte und ansprechbare Mitarbeiter als Gegenüber sowie nachvollziehbare Bescheide. Auch die Dauer der Antragsbearbeitung müsse aus ihrer Sicht beschleunigt werden.
Steger, der ausdrücklich keine Pauschalkritik an der Arbeit der Jobcenter-Mitarbeiter üben will, hält es für notwendig, dass die Mittelkürzungen bei der Sozialberatung durch den Senat gestoppt werden. "In den letzten Jahren mussten viele Beratungsstellen schließen trotz wachsenden Beratungsbedarfs. Es kann nicht sinnvoll sein, Menschen in schwierigen Lebenssituationen allein zu lassen." Steger hält auch die Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle, an die sich Hartz IV-Empfänger bei Problemen mit der Arbeitsverwaltung wenden können, für eine sinnvolle Maßnahme. "Wenn eine solche Stelle über einen kurzen Draht zu den Jobcentern verfügte und vermittelnd tätig würde, ließe sich damit sicher auch die große Zahl von Klagen und auch Gerichtskosten senken." Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus hatte in der letzten Woche mit Blick auf die Aktion "Irren ist amtlich - Beratung kann helfen!" ihre Forderung nach einer Hartz IV-Ombudsstelle wiederholt.
Die Internetseite www.beratung-kann-helfen.de wird auch nach dem Ende der Aktion freigeschaltet bleiben. Ratsuchende finden dort Adressen von Beratungsstellen und jede Menge hilfreiche Infos und Tipps zum Thema.
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